Metropole in der Metropole: RUHR.2010-Bilderausstellung in New York

Neue Bilder gegen das alte Klischee: Das ist das Ziel der Ausstellung „Mythos Ruhr“, die im Kulturhauptstadtjahr durch die Metropolen der Welt wandert und jetzt im Deutschen Haus in New York eröffnet worden ist.

22 großformatige Fotos des Essener Fotografen Manfred Vollmer zeigen spektakulär inszenierte und illuminierte Stätten der Industriekultur an der Ruhr: die hell erleuchtete Henrichshütte in Hattingen, die dunkle Seite des Mondes im Oberhausener Gasometer, das Eschereske Treppenhaus von Rem Kohlhaas zum Ruhr Museum oder auch die gigantische Grubenlampe auf der Halde Rheinpreußen in Moers – „so hat die Welt das Ruhrgebiet noch nie gesehen“, kommentiert Oliver Scheytt.

Der RUHR.2010-Geschäftsführer kündigte in Anwesenheit des Deutschen Generalkonsuls Horst Freitag an, dass die Bildergalerie von New York nach Lüttich in Belgien wandert, wo sie am 11. März 2010 eröffnet wird. Die von RUHR.2010 initiierte Ausstellung kam mit Unterstützung des Deutschen Generalkonsulats sowie von ConRuhr als Vertreter der drei Ruhruniversitäten in den USA zustande und ist bis Mitte Februar in New York zu sehen.

Als weitere Stationen sind bisher Boston, Bukarest und Paris in der Planung. Außerdem sind einzelne Motive derzeit bei einer Tournee durch Tschechien zu sehen sowie in einer Gemeinschaftsausstellung mit den Partnerkulturhauptstädten Pécs und Istanbul in Kiew.

Fotograf Manfred Vollmer (aktueller Bildband: „Ruhrgebiet. In echt! No kidding!“), der seine Rolle vor Ort als „Ambassador of the Ruhr“ (Botschafter) definierte, verriet im Gespräch, dass er schon als Kind drei Traumziele hatte: Mississippi, Honolulu und eben New York. Augenzwinkernd prognostizierte Vollmer, dass nach dem Kulturhauptstadtjahr mit seiner kulturell-kräftigen Strahlkraft vielleicht irgendwo im Big Apple ein Kind träumen wird:

„Perhaps Mississippi, perhaps Honolulu and, that will be sure, of the Ruhr…“

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 Henrichshütte Hattingen / Foto: Manfred VollmerRUHRGEBIET/ EXTRASCHICHT 2004:

Lange Nacht der Industriekultur/ Drehscheibe 4  Hattingen Henrichshuette (mit Praesentation “Spirituelle Orte im Ruhrgebiet/ Klavierfestival/ Mitternaechtliches Finale mit der Gruppe Theater Titanick mit ihren abenteuerlichen FIREBIRDS, Feuerwerk, Musik, Umzug durch das Huettengelaende etc.)   10.7.2004

Foto & © Manfred Vollmer (www.manfred-vollmer.de)

Halde Rheinpreussen in Moers / Foto: Manfred VollmerMOERS  HALDE RHEINPREUSSEN  LANDMARKE “GELEUCHT “

Die Halde RheinpreussŸen ist eine 70 m über Umgebungsniveau aufgeschüttete Bergehalde in Moers.

Der Abraum stammte aus der nahen Zeche RheinpreussŸen, welche das erste linksrheinische Bergwerk war. So war diese Halde auch eine der ersten begrünten Halden im Ruhrgebiet.

Um die Halde zur Landmarke auszubauen, beschloss der Regionalverband Ruhr Ende 2005, auf der Halde einen etwa dreiߟig Meter hohen Turm in Form einer Grubenlampe zu errichten. Den Entwurf dazu stammt vom Künstler Otto Piene.

Die Initiative zum Bau der Landmarke Grubenlampe ergriff Dr. Konrad Gappa, der Otto Pienes Vorstellung der Landmarke in Duisburg erlebte. Er gründete mit Berg- und Hüttenleuten sowie Anwohnern den Förderkreis Landmarke Grubenlampe, der die Stadt Moers, den Kreis Wesel, den Regionalverband Ruhr und die Landesregierung in jahrelangen Gesprächen davon überzeugte, die für das Revier und weltweit einmalige künstlerische Darstellung zu einer Montanregion zu verwirklichen.  Heute zahlt der Förderkreis z. B. die Kosten der Beleuchtung und Betreuung des gröߟten Montankunstwerkes der Welt.

1998 hatte Kultur Ruhr GmbH im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Emscher Park beschlossen einige Bergehalden künstlerisch zu Landmarken auszubauen. Der Direktor des Lehmbruck Museums in Duisburg, Dr. Brockhaus, beauftragte den Künstler Otto Piene das Geleucht wie geplant zu installieren. Die Idee des Künstlers die gesamte Halde rot zu illuminieren wurde allerdings auf die nordwestliche Seite beschränkt.

Der erste Teil der Arbeiten wurde am 30. März 2006 abgeschlossen. Am 8. August 2007 brannte in der nachempfundenen Grubenlampe zum ersten Mal Licht. Die Lichtprobe fand im Beisein von Otto Piene statt.

Ausstellung Sternstunden im Gasometer Oberhausen / Foto: Manfred VollmerRUHRGEBIET: OBERHAUSEN GASOMETER –  Ausstellung “STERNSTUNDEN  WUNDER DES SONNENSYSTEMS”

Szene am Eröffnungstag 1.4.2009  -  Über der dritten Ebene schwebt ein Mondmodell mit 25 m Durchmesser..

Die neue Ausstellung “Sternstunden – Wunder des Sonnensystems” im Gasometer Oberhausen nimmt die Besucher mit auf eine Reise in den Kosmos. Die Ausstellung zeigt vom 2. April 2009 bis zum 10. Januar 2010 spektakuläre Nachbildungen des Planetensystems und faszinierende Aufnahmen fremder Welten.

Die Ausstellung wird gemeinsam vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Gasometer Oberhausen GmbH anlässlich des Jahres der Astronomie 2009 veranstaltet. Die einzigartigen Exponate des DLR sowie Leihgaben von Raumfahrtunternehmen, Museen der Technik, Kulturgeschichte und Kunst zeigen auf über drei Ebenen des Gasometers anschaulich und kunstvoll die Geburt und Entwicklung unseres Sonnensystems.

Halde Haniel in Bottrop / Foto: Manfred VollmerRUHRGEBIET HALDEN: HALDE HANIEL BOTTROP

Die Halde Haniel in Bottrop ist mit 159 m Höhe eine der höchsten Halden des Ruhrgebiets. Aufgetürmt wurde sie in Form zweier Spiralen durch Abraum der Steinkohlezeche Prosper-Haniel. Auf der nördlichen Spirale wird weiterhin Schüttung betrieben.

Auf dem Plateau der südlichen Spirale wurde 1992 das Gipfelkreuz aufgestellt, welches 1987 zum Besuch von Papst Johannes Paul II. von Auszubildenden des Bergwerkes aus Spurlatten angefertigt und vom Papst anlässlich seines Besuchs im Ruhrgebiet geweiht worden war. Es bildet den Abschluss eines Kreuzweges mit 15 Stationen und markiert die Haldenspitze als Landmarke. Der von Tisa von der Schulenburg und Adolf Radecki gestaltete Kreuzweg wurde 1995 durch Bischof Hubert Luthe eingeweiht. Hier finden karfreitags regelmäßig Prozessionen statt.

Neben dem Gipfelkreuz – in einer Höhe von 126 Metern – befindet sich ein im Vollkreis angelegtes Amphitheater mit 800 Plätzen, die Bergarena. Hier finden regelmäߟig Kultur- und Theaterveranstaltungen statt, unter anderem wurden die Stücke Jedermann (1999), der Sommernachtstraum (2001), die Dreigroschenoper (2002) und Cabaret (2003) aufgeführt. Anlässlich des Kulturhauptstadtjahres “Ruhr.2010″ findet hier eine Neuinszenierung der Verdi Oper “Aida” unter der künstlerischen Leitung des Bottroper Regisseurs Thomas Grandoch statt.

2002 wurde die Installation “€žTotems”€œ vom baskischen Maler und Bildhauer Agusti­n Ibarrola aus über einhundert Eisenbahnschwellen geschaffen. Die Arbeit verbindet die “€žscheinbaren Gegensätze von Industrieraum und Natur”€œ (Aussage des Künstlers).

Foto vom 10.4.2009

 

(tok)
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