Fotografen sind immer noch Terroristen

Poster zur Fotografen-Demo in London

Poster zur Fotografen-Demo in London

Vor wenigen Tagen konnten wir an dieser Stelle schon einmal über die seltsame Klimaveränderung in Großbritannien berichten, die durch die „Section 44“-Regelung (http://tiny.cc/D3Luu), die es im Rahmen der Anti-Terror-Gesetzgebung der Polizei erlaubt, Beliebigkeitsdurchsuchungen von Fotografen, die als “Terroristen mit Aufklärungsmission” im öffentlichen Raum angetroffen werden, durchzuführen, herbeigeführt wurde.

Seit einiger Zeit wird, durch diese Regelung legitimiert, mit polizeilichen Methoden gegen Fotografen vorgegangen, die etwa dem wahnsinnigen Ansinnen frönen, als Weihnachtsmänner verkleidete Demonstranten auf einem Flughafen oder – noch schlimmer – die St Paul’s Cathedral ablichten zu wollen.

Die Initiative „I’m a Photographer, not a Terrorist“ stellt sich gegen die Pauschalverdächtigung von Fotografen als potentielle Terroristen und rief zu einer Demonstration am 23. Januar auf dem Trafalgar Square in London auf. Über 2.000 Hobby- und Profiotografen folgten dem Ruf, um mit dieser Demonstration auf die drastische und willkürlich scheinende Einschränkung lang geübter persönlicher Freiheit hinzuweisen.

Unbeeindruckt von der Demonstration zeigte sich das britische Innenministerium, das durch einen Sprecher verkünden ließ, dass man auch weiterhin die Antiterror-Gesetzgebung auf Fotografen anwenden werde. Die Lage, so betonte ein Sprecher gegenüber dem „Amateur Photographer magazine“, sei unverändert und „Stop and Search“ mittels der „Section 44“-Regelung sei ein wichtiger Bestandteil der Maßnahmen im Kampf gegen den Terrorismus.

(tok)

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