Bambi Lovedoll

Bambi Lovedoll ist ein außer- und ungewöhnliches Model, das bereits mit einer ganzen Reihe bekannter Fotografen gearbeitet hat. Ihr Arbeitsbereich umfasst alles zwischen „Alternative“ und Pin-Up, wobei sie durch eigene kreative Ideen auffällt. In unserem Gespräch gibt sie einen Einblick in die Arbeit eines Fotomodells.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Bambi für das nette Interview.

© Bambi Lovedoll

© Bambi Lovedoll

TK: Für wen hältst Du die fotografischen Momente fest? Für die Familie, für Freunde oder für Dich selbst?

Bambi: Für mich selbst und natürlich in erster Linie für meine User. Freunde und Familie schauen sich in der Regel eher private Schnappschüsse an ;)

TK: Wie viel Zeit opferst Du für dein Hobby und wie wichtig ist Dir diese Zeit vor der Kamera?

Bambi: Für mich ist das Modeln nicht nur ein Hobby, sondern auch ein Beruf, dementsprechend stecke ich relativ viel Zeit nicht nur in die Shootings selbst, sondern auch in die entsprechende Vorbereitung, also Make Up, Location aussuchen, Kleidung aussuchen, Anfahrt etc.

TK: Ok, und wie viel Zeit investierst Du? Gib doch mal unseren Lesern und vielleicht auch angehenden Modells einen Überblick über den notwendigen Zeitaufwand.

Bambi: Im Monat und alles inklusive, also Anfahrt, Make-up und shooten ca. 40 – 45 Stunden.

TK: Du hast eine eigene Modell-Homepage, die viele Deiner Arbeiten von Porträt bis Akt zeigt. Wann hast Du den Entschluss gefasst, wann was zu tun?

Bambi: Der Entschluss, eine eigene Homepage zu haben und die Realisierung liegen zwecks Mangel an Grafiker und Programmierer gut 1 – 1,5 Jahre auseinander. Mittlerweile betreibe ich seit 2,5 Jahren meine Homepage, den Entschluss gefasst habe ich dementsprechend vor ca. 3,5 Jahren.

TK: Was würdest Du angehenden oder interessierten Menschen raten oder auf was sollten sie achten beim Einstieg?

Bambi: Dazu habe ich einen kleinen Guide geschrieben, den man sich auf meiner myspace-Seite unter den Blogs gerne durchlesen kann. „Kein Guide to modeling“ nennt sich der kleine Ratgeber.

TK: Sind die Fotografen von Anfang an auf Dich zugekommen oder hast Du die Fotografen angesprochen?

Bambi: Ich hatte das Glück und bin von einem der besten Fotografen, den ich mir habe wünschen können, angesprochen worden und habe danach noch jahrelang mit ihm zusammengearbeitet.

TK: Nun sind aber Deine ersten Fotos irgendwie entstanden. Wie kam es dazu?

Bambi: Durch den Fotografen hatte ich das Privileg direkt bei meinem ersten Shooting mit Kleidung von Bodycult abgelichtet zu werden. Die Frage, ob ich das überhaupt machen wollte, stellte sich gar nicht erst. Welches Mädchen sagt schon „Nein“ zu einem solchen Angebot?

TK: Hast Du dich in diesen Fotografien wiederentdeckt oder war es für Dich ein neuer Mensch auf den entstandenen Fotos?

Bambi: Hm, vielleicht so was wie eine Schwester?

TK: Wie würdest Du gerne von Profi- und Amateurfotografen angesprochen werden?

Bambi: Am liebsten mit einer konkreten Vorstellung des Shootings, Dauer, Ort, URL mit eigenen Werken und natürlich der Honorarvorstellung ;)

TK: Wenn ein Amateur Deine Kontaktdaten im Internet findet und auf Dich zukommt, um mit Dir als erfahrenes Modell die ersten Schritte zu tun: Wie reagierst Du?

Bambi: Kommt ganz darauf an, wie weit der Amateur ist. In der Regel arbeite ich allerdings nicht mit Amateuren.

TK: Erklär doch unseren Lesern bitte mal den Begriff TfP.

Bambi: TfP bedeutet Time for Prints, das Model und der Fotograf investieren beide Zeit und kein Geld, um anschließend gute Ergebnisse zu erzielen, weil beide die Arbeit des anderen schätzen.

TK: Arbeitest Du unter TfP-Bedingungen?

Bambi: Nein, ich arbeite häufiger auf Pay-Basis, also bezahlt, anstatt auf TfP.

© Bambi Lovedoll

© Bambi Lovedoll

TK: Warum bist Du im Internet und wo genau?

Bambi: Das Internet bietet mir die Möglichkeit, mich genauso darstellen zu können, wie ich es mir vorstelle. Ich kann alles kontrollieren und bin von niemandem außer meinem Programmierer und meinem Grafiker abhängig. Zu finden bin ich auf meiner Hauptseite bambiland.net und meinem öffentlicher Blog bambirapesyoureyes.net. Außerdem in diversen Communitys, wobei ich lediglich myspace regelmäßig nutze.

TK: Diese Communitys gestatten ja jedermann, ausgestellte Bilder zu kommentieren. Was erfreut Dich und was nicht?

Bambi: Durch die Kommentare weiß ich, in welche Richtung ich gehen soll, um die Wünsche meiner User so gut wie möglich abzudecken. Wobei ich mich nicht strikt daran orientiere, das weiterzuführen, was von anderen als positiv bewertet wurde, sondern immer das zu machen, was mir als „schön“ erscheint, denn letztendlich bin ich auf den Bildern zu sehen.

TK: Was ist ein „NoNo“ für ein Modell?

Bambi: Mache Dir vorher Gedanken über Deine Grenzen und gehe auch spontan bei einem Shooting nicht über sie hinaus! Schau Dir die Fotos des Fotografens genau an und sei Dir sicher, dass er/sie Deinem Geschmack entspricht – so vermeidet man es, Bilder zu produzieren, für die man sich mal schämt.

TK: Wer sorgt für Accessoires und Make-up?

Bambi: Nach Möglichkeit sorgt das Model für die Accessoires und je nach Talent auch fürs Make-up. Ich bin schon furchtbar entstellt worden von Visagistinnen, aber auch sehr gut geschminkt worden, da muss man selbst ausprobieren, was einem eher liegt.

TK: Wie sieht es mit Zaungästen während des Shootings aus?

Bambi: Stören mich. Begleitpersonen sind meistens nervig, auch wenn sie nichts machen, da sie einen doch immer irgendwie ablenken. Ich arbeite am liebsten alleine mit dem Fotografen.

TK: Du machst ja auch Teil- und Vollakte. Wie sollten Amateurfotografen, die noch keine Akt-Erfahrungen haben, beim ersten Shooting vorgehen?

Bambi: Nicht zittern ;) Und: ein erfahrenes Model nehmen. Auch wenn erfahrene Models in der Regel Geld kosten… Die meisten nehmen nicht ohne Grund eine gewisse Gage, Erfahrung zahlt sich aus und schlägt sich darin nieder, dass man sich nicht auch noch um die Posen des Modells kümmern muss, wenn man schon zum ersten Mal etwas Neues ausprobiert.

(tok)

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