Bei Sweetness dreht sich alles um das Lebensgefühl der 50er. Das Multitalent ist Model und Herausgeberin von Fräuleinwunder, einem liebevoll gestalteten Magazin (nicht nur) für Rock’n Roll Girls.
Ich bedanke mich ganz herzlich bei Sweetness für das nette Interview.
tok: Was ist für Dich interessant daran, dich als Modell mit dem Medium Fotografie auseinanderzusetzen?
Sweetness: Fotografie hat mich schon immer sehr interessiert. Mein Vater hatte eine Dunkelkammer, so fing ich auch selbst früh an zu fotografieren, was mir beim Posen schon hilft.
Aber vor der Kamera zu stehen, ein Bild, eine Idee, eine Illusion zu transportieren, etwas zu Spannendes zu kreieren, das macht einfach Spaß!
tok: Für wen hältst Du diese Momente fest? Für die Familie, für Freunde oder für dich selbst? Oder ist es in erster Linie ein Job?
Sweetness: Geld verdiene ich mit dem Modeln selten. Ich glaube, ich brauche ein wenig Glamour in meinem Leben. Das lebe ich bei Fotoshootings aus! Ich liebe es, geschminkt, gestylt zu werden, und natürlich freue ich mich über gute Fotos. Also um es kurz zu machen: für mich!
tok: Wie viel Zeit opferst Du für das modeln? Wie wichtig ist Dir die Zeit vor der Kamera?
Sweetness: Ich versuche ein Gleichgewicht zu finden. Mein „normaler“ Job als Grundschullehrerin ist sehr anstrengend und so möchte ich nicht jedes Wochenende unterwegs sein, sondern meine freie Zeit auch mit meinem Mann verbringen. In erster Linie ist es ja für mich Hobby!
tok: Wie has Du mit dem Modeln angefangen? Sind die Fotografen von Anfang an auf Dich zugekommen oder hast Du die Fotografen angesprochen? Wie sind Deine ersten Fotos entstanden?
Sweetness: Meine ersten Fotos sind in Fotokursen entstanden, bei denen wir uns gegenseitig Model standen, es waren auch viele Selbstporträts dabei! Dann erinnere ich mich, dass Freunde mir ein Shooting mit Aleksander Perkovic zum Geburtstag schenkten – mit den dort entstandenen Bildern fing es eigentlich an… Sicherlich habe ich auch Fotografen über verschiedene Netzwerke gefunden und angeschrieben, ich würde sagen, es hält sich die Waage.
tok: Wie hast Du Dich in diesen ersten Fotos wahrgenommen? War es das, was Du erwartet hast?
Sweetness: Wenn man sich über den Fotografen vorher informiert, und weiß, wie seine/ihre Bildsprache aussieht, dann ist es eigentlich keine große Überraschung, wenn man die Bilder später sieht. Klar sind immer mal Bilder dabei, die man selbst nicht so toll findet, aber ich muss mich auch nicht immer „hübsch“ finden, es kommt halt auf das Gesamtkonzept an.
tok: Was würdest Du angehenden Model raten? Worauf sollten sie beim Einstieg achten?
Sweetness: Das Übliche! Man sollte dem Fotografen Vertrauen können – ruhig andere Modelle fragen, die schon mit ihm/ihr gearbeitet haben. Ein Gespräch vor dem Shooting bei einem Kaffee kann helfen, warm zu werden. Je nachdem sollte man einen Modellvertrag abschließen, damit man weiß, wie und wo die Fotos verwendet werden. Nie entgegen dem Bauchgefühl etwas machen – das bereut man sonst. Und ganz wichtig: Man muss sich keine Blöße geben, um bekannt zu werden…
tok: Wie würdest Du gerne von Fotografen angesprochen werden?
Sweetness: Nun ja, eigentlich ganz natürlich – meist reicht es, wenn der Fotograf mir erklärt, was für Fotos er machen möchte und warum er glaubt, dass ich dazu die richtige bin. Komplimente zu meinen bisherigen Fotos schaden natürlich nicht
Für mich ist es oft die Idee, die mich anzieht!
tok: Was ist ein „No Go“ für ein Model?
Sweetness: Zickig sein. Starallüren.
tok: Wenn vom Modeln die Rede ist, fällt oft auch der Begriff TfP. Worum geht es da?
Sweetness: Time for Prints – das Model opfert seine wertvolle Zeit und bekommt dafür Prints, bzw. heutzutage ist es oft TfCD = Time for CD.
tok: Wie sieht es mit den Rechten an den Bildern aus?
Sweetness: Bisher hatte ich noch nie Probleme mit Bildrechten. Es ist immer unterschiedlich, wie die Fotografen es handhaben….
Wenn es ein bezahlter Job ist, behält der Geldgeber die Rechte. Meist darf man die Fotos aber auch selbst für nicht-kommerzielle Zwecke verwenden. Unbedingt nachfragen und evtl. vertraglich sichern lassen.
Wenn ich als Model einen Fotografen bezahle sieht es umgekehrt aus.
Bei TfP behält der Fotograf zwar auch weiterhin die Bildrechte, das Model kann die Bilder aber meist für viele Zwecke verwenden. Entsteht aus TfP-Bildern z.B. ein Poster, das verkauft wird, verdienen meiner Meinung nach beide anteilig, das muss aber im Einzelfall ausgehandelt werden…
tok: Warum bist Du im Internet und wo genau?
Kontakte pflegen, neue Kontakte herstellen…
www.myspace.com/frauleinwundermag
tok: Foto-Communitys ermöglichen es, die ausgestellte Bilder zu kommentieren. Was hältst Du davon?
Sweetness: Klar ist es immer schön, wenn man Feedback bekommt! Manchmal geht es bei einem Bild jedoch nicht darum, „perfekt“ zu sein, und in Fotografie-Communities wird meiner Meinung nach der künstlerische Aspekt dem technischen Aspekt vernachlässigt…
tok: Du produzierst ein eigenes Magazin, Fräuleinwunder. Worum geht es da und wie bist Du darauf gekommen, so ein Heft zu machen?
Also erst mal bin ich nicht alleine – meine Mitstreiterin Micky hatte die Idee, ein Rock’n Roll Girls Magazin zu erstellen – ganz einfach, weil es so etwas noch nicht gab! Ich war sofort Feuer und Flamme, da ich schön gemachte Magazine liebe, ein Faible für Grafik-Design habe und ganz einfach nach wie vor von der Idee überzeugt bin, dass die Welt unser Magazin braucht!
(tok)

