Ich muss gestehen, ich habe heute nichts zu berichten. Ich bin nämlich mitten in der Recherche zu einem Beitrag an einem ganz anderen Phänomen hängengeblieben, dem so genannten University LipDub. Der Begriff klingt seltsam, die Idee dahinter ist sehr kreativ und wird auf einer Webseite der Hochschule Furtwangen beschrieben:
Seit gut einem Jahr geistert der Begriff LipDub durchs Internet, in erster Linie bei YouTube oder Vimeo. LipDub ist zusammengesetzt aus den Worten Lips (= Lippen) und Dubbing (= Synchronisieren) und meint so etwas wie “lippensynchron”. Die Idee von LipDub besteht darin, das zu tun, was viele Showstars tun, wenn sie vorgeben, bei einem Auftritt zu singen: die Lippenbewegung zu einem Stück, das vom Band kommt, zu liefern. Man erweckt also, wie beim Playback, den Eindruck, man würde selbst singen.
Richtig populär wurde LipDub mit einer besonderen Variante, dem “Office LipDub”. Hier stieß die New Yorker Agentur “Connected Ventures” in eine ganz neue Art der Selbstdarstellung vor. Wie so etwas aussehen kann, zeigt eine Berliner Firma mit „Everything’s Under Control“ von Peregrine:
Auch bei Kia Motors in Frankreich hat man Spass im Büro:
Hier hat man sich Le Brio“ von Big Soul vorgenommen. Und wenn Sie glauben, das wäre nicht zu steigern, dann empfehle ich einen Blick auf Tribal Resourcing aus Birmingham mit Queens „Don’t Stop Me Now“:
So richtig geht die Post aber beim Team von Microsoft Health Solutions ab:
Sie rocken mit „Tubthumping“ von Chumbawumba durchs Büro. Wem das nicht reicht, dem sei CNET Australia mit „Sound Off“ von The Basics empfohlen:
Und natürlich gibt es noch jede Menge anderer LipDubs, so etwa den von der Hochschule Furtwangen erfundene University LipDub. Das Video, das dabei herausgekommen ist, können Sie hier sehen:
Das Institut für Soziale Berufe in Ellwangen zitiert mit „Tick Tick Boom“ die Band The Hives:
University LipDub entstand Anfang 2008 und verbreitete sich rasend. Es ist erstaunlich, wie professionell die Studenten an diese Produktionen herangehen. So waren in Furtwangen mehr als 60 “Sänger”, Statisten, Helfer und Professoren an dem Projekt beteiligt, das eine kurze, aufregende Führung durch Vorlesungssäle, Computerräume, Tonstudios und anderen Teilen des Hochschulgebäudes im Stil eines Musikvideos bietet.
Neben den manchmal geschnittenen LipDub-Videos von Firmen haben die Hochschulen ein ehrgeiziges Ziel: Das gesamte Video soll ohne Schnitt als “single shot” abgedreht werden.
Welcher Aufwand dahinter steht , können Sie sich im Making-Of des Furtwanger Videos ansehen:
Extrem professionell wirkt der „single shot“ der Studenten der Université du Québec à Montréal (UQAM), die „I Gotta Feeling“ der Black Eyed Peas mit einer irrsinnigen Menge an Studenten realisiert haben:
Hier wurde über ein Monat Vorbereitungszeit investiert und das sieht man dem Video auch an.
Mehr University LipDub finden Sie unter http://de.universitylipdub.com/antworten-videos/.
Lehnen Sie sich zurück, drehen Sie die Lautsprecher auf und haben Sie Spaß. Oder machen Sie doch mal Ihr eigenes LipDup-Video. Wenn Sie mir mitteilen möchten, welches Video Ihnen am Besten gefallen hat, twittern Sie mir doch was unter http://twitter.com/toktalks.